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Ganz egal, wie klein dir ein Versprechen auch vorkommen mag, du darfst es nicht brechen... hm...
Hope erinnerte sich an diese Worte. Es entsprach ganz seiner Meinung. „Ich habe schon immer daran geglaubt. Doch mein Vater, der mir das alles beigebracht hat, hat es vergessen.“
Vielleicht lebte sein Vater wirklich noch immer nach diesem Grundsatz, aber nur dann, wenn es nicht Hope oder seine Mutter betraf. Sobald es aber um seine Arbeit ging, war er allezeit bereit, Tag und Nacht. Er vergaß manchmal sogar zu essen, so sehr war er in seine Aufgaben vertieft. Für ihn war nichts wichtiger als die Arbeit.
Er erinnerte sich schon lange nicht mehr an die Versprechen, die er seiner Familie machte. Er hörte ihnen überhaupt nicht mehr zu. Wann war das letzte mal, dass Hope versuchte mit ihm zu reden? Es lag jedenfalls schon eine Weile zurück. „Was wollte ich ihm eigentlich sagen?“, fragte sich Hope, „Ich habe sogar vergessen, was es war.“ Sein Vater hatte geantwortet: „Tut mir Leid, ich habe gerade keine Zeit. Reden wir später darüber.“ Das einzige, an das Hope sich erinnern konnte war, dass sein Vater ihn abgewiesen hatte. Daran erinnerte er sich, als wär es gestern gewesen. Als sein Vater gegangen war, hatte er etwas begriffen. Es spielte keine Rolle, was er erwartete und was er sich wünschte; er konnte nichts tun.

„Es ist schade, dass so viele Bereiche abgesperrt waren, aber wenigstens haben wir den fal'Cie Kujata gesehen.“
Die Worte seiner Mutter rissen ihn aus seinen Gedanken. Sie waren gerade auf dem Rückweg. Mit all seinen Gedanken konnte er zwar noch nicht abschließen, aber er neigte den Kopf in die andere Richtung und spielte seiner Mutter Desinteresse vor.
„Der Ausflug kam mir viel zu kurz vor.“
„Die Hälfte der Anlage ist geschlossen. Da kann man nichts machen.“
Der Unfall von Ewleede war schlimmer, als die Medien ihn wiederspiegelten. Sobald man diesen Ort betrat, war das sofort klar.
„Ich frage mich, ob der fal'Cie in Sunleth so ähnlich war, wie dieser hier.“
„Oh richtig. Du bist ja schon mal in einer Anlage gewesen. Hast du dort keinen fal'Cie getroffen?“
„Nein, sie haben uns lediglich gesagt, dass er das Wetter kontrolliert. Aber das einzige, was wir gesehen hatten, waren diese Monster.“
„Ich erinnere mich! Danach hattest du schreckliches Fieber und ich war so besorgt.“
Vielleicht lag es wirklich daran, dass sie den Monstern begegnet waren – Auf dem Rückweg wurde Hope jedenfalls krank. Sobald sie Palumpolum erreicht hatten, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Das war auch der Grund, warum er nie die Chance hatte, dem Pilot von damals zu danken. Er hatte davon drei Tage danach von Elida und Kai gehört.
„Er war super cool. So ein alter Kerl, dessen Haare aussahen, wie ein Vogelnest.“
„Er hat gesagt, dass er gerade erst Vater geworden ist.“
„Als ich ihm gesagt hab, dass ich auch Pilot werden will, da wünschte er mir viel Glück.“
Kai wollte nicht aufhören über den Piloten zu sprechen und danach hielt er wirklich an seinem Traum fest. Das machte Hope sogar ein wenig eifersüchtig. Sogar Elida hatte einen Wunschtraum für die Zukunft. Sie wollte Sängerin werden, also verließ sie die Schule und ging an eine reine Mädchenschule, die speziell Gesang ausbildete. Das war ein Jahr her.

„Als ich jünger war, wollte ich werden wie mein Vater.“
Doch dieser hatte sich so sehr verändert, dass Hope diesen Traum aufgegeben hatte. Ganz egal, welchen Beruf er später ausüben würde, er würde niemals die Menschen ignorieren, die ihm am wichtigsten waren. Solange er ein Erwachsener würde, der seine Versprechen immer hält, wäre er glücklich.
„... richtig?“
„Uh, was? Entschuldige, ich hab nicht zugehört.“
Er entschloss sich, endlich die Träumerei zu lassen und sich seiner Mutter zu widmen. Denn den Menschen nicht zuzuhören, die ihm wichtig waren – Das war zu sehr sein Vater.

„Die Leute, die gerade an uns vorbei gekommen sind, haben gesagt, dass bei dem Unfall ein Junge schwer verletzt wurde. Es war so traurig, dass sie nicht mal den Vater ansehen konnten, der bei ihm war.“
„Ich verstehe...“
„Ich hoffe, dass er nicht stirbt. Es gibt nichts schlimmeres, als wenn das Kind vor den Eltern stirbt.“
Es spielte für Hope keine Rolle, wer zuerst sterben würde. „Egal, wann ein Familienmitglied stirbt, es ist immer traurig. Für die, die zurückbleiben.“
Doch diese Gedanken behielt er für sich. Irgendwie konnte er es nicht aussprechen.
„Hm, Hope... Bist du... deinem Vater böse?“
„Nicht wirklich.“
„Er ist nicht wirklich gut in solchen Dingen, weißt du? Aber du kannst ihm immer vertrauen. Alles was er möchte ist, einen guten Job zu erledigen.“
Als er in das Gesicht seiner Mutter sah, wurde ihm warm ums Herz.
„Ich bin nicht wütend. Zum Feuerwerk wird er hier sein, nicht wahr? Also ist es okay. Ich meine, das Feuerwerk ist schließlich der Höhepunkt.“

Das Lächeln seiner Mutter sah so fröhlich aus. Vielleicht konnte er heute Nacht bei dem Feuerwerk versuchen mit seinem Vater zu reden. Natürlich würde dieser bloß fragen, wie es ihm ginge oder was er so tat, aber solange er seine Mutter so glücklich lächeln sehen konnte, war alles in Ordnung.

Ein maskierter Soldat ging vor ihnen. Die Reparaturarbeiten nach dem Unfall sollten eigentlich schon beendet, und die üblichen Wachen auf ihren Standpunkten sein. Wieso waren hier so viele PSICOM-Soldaten unterwegs?
Ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Und auch seine Mutter stand die Sorge im Gesicht geschrieben, als sie dem Plaza immer näher kamen.
Hope versuchte eine sorglose Stimmlage zu finden: „Kom, gehen wir zurück nach Bowdam. Wir haben den fal'Cie immerhin gesehen.“
Vielleicht wollte seine Mutter das schlechte Gefühl ebenfalls vergessen, denn sie antwortete in einem ebenso fröhlichen Ton.
„Okay, dann gehen wir zurück in die Einkaufsstraße.“
„Schon wieder?“
Er wollte nicht mehr an Soldaten und den fal'Cie denken. Hope wollte bloß ein bisschen Spaß haben.

„Hmmm, vielleicht rede ich mit Kai und Elida, wenn wir wieder in Palumpolum sind“, überlegte er. Wenn er ihnen sagen würde, dass er haufenweise Soldaten in Ewleede gesehen hätte, würde Kai sich sofort auf den Weg machen und Elida würde vielleicht mehr über das Feuerwerk wissen wollen.
„Es wird drei Jahre dauern, bis wir uns wieder treffen“
Hope dachte an seine Freunde, vermisste sie.
Seine Schulferien hatten gerade erst begonnen.


 


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